Wasserkefir selber machen mit Kristallen, Zitrone und Trockenfrüchten

Wasserkefir selber machen: Anleitung & einfaches Rezept

Du möchtest Wasserkefir selber machen? Mit Wasserkefirkristallen, Wasser, Zucker, Trockenfrüchten und etwas Zitrone entsteht innerhalb von 24 bis 72 Stunden ein süß-säuerliches, leicht prickelndes Gärgetränk.

In dieser Wasserkefir-Anleitung erfährst du Schritt für Schritt, wie der erste Ansatz gelingt, welche Zutaten du benötigst und woran du fertigen Wasserkefir erkennst.

Was ist Wasserkefir?

Wasserkefir ist ein fermentiertes Getränk aus Zuckerwasser und Wasserkefirkristallen. Die Kristalle werden auch Japankristalle oder Tibicos genannt. Sie bestehen aus einer Gemeinschaft verschiedener Hefen und Bakterien.

Während der Fermentation wandeln die Mikroorganismen einen Teil des Zuckers um. Dabei entstehen unter anderem Kohlensäure, organische Säuren und geringe bis relevante Mengen Alkohol. Das Ergebnis schmeckt je nach Fermentationsdauer mild-süßlich bis deutlich säuerlich.

Anders als Milchkefir wird Wasserkefir ohne Milch hergestellt. Das Getränk ist daher grundsätzlich milchfrei und eignet sich auch für eine vegane Ernährung – vorausgesetzt, alle verwendeten Zutaten sind vegan.

Wasserkefir selber machen: das Wichtigste auf einen Blick

  • Vorbereitung: etwa 10 Minuten

  • Erste Fermentation: 24 bis 72 Stunden

  • Zweitfermentation: optional, etwa 12 bis 24 Stunden

  • Menge: etwa 1 Liter

  • Schwierigkeit: einfach

Für die ersten Ansätze solltest du dich möglichst genau an das Grundrezept halten. Sobald deine Wasserkefirkristalle zuverlässig arbeiten, kannst du Fermentationsdauer und Geschmack vorsichtig anpassen.

Das benötigst du für deinen Wasserkefir

Neben den Zutaten aus dem Wasserkefir-Rezept benötigst du:

  • ein sauberes Gärglas mit mindestens 1,5 Liter Fassungsvermögen

  • einen Deckel, Gärverschluss oder ein fein gewebtes Tuch mit Gummiband

  • ein feines Kunststoff- oder Edelstahlsieb

  • einen Trichter

  • eine saubere Flasche für den fertigen Wasserkefir

  • für die Zweitfermentation eine druckfeste Flasche

Wichtig: Diese Anleitung gilt für aktive, frische Wasserkefirkristalle. Getrocknete Kristalle müssen zunächst entsprechend der mitgelieferten Anleitung aktiviert werden.

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Wasserkefir-Grundrezept

Fermania

Portionen

1 Liter

Prepzeit

10 minutes

Kochzeit

48 hours

Küche

Fermentation

Kategorie

Getränke

Fermentationszeit

24 bis 72 Stunden

Mit diesem einfachen Wasserkefir-Rezept stellst du aus aktiven Wasserkefirkristallen, Zucker, Trockenfrüchten und Zitrone etwa einen Liter Wasserkefir her.

Wasserkefir-Grundrezept

Zutaten

  • 30 g Wasserkefirkristalle
  • 1 Liter Wasser
  • 80 g Bio Rohrzucker du kannst auch Haushaltszucker nehmen
  • 30 g Trockenfrüchte wie Pflaumen, Aprikosen, Feigen oder Datteln
  • 1/2 Zitrone

Zubereitung

  1. Löse den Zucker in etwa 200 Millilitern warmem Wasser auf. Gib anschließend das restliche Wasser hinzu. Das Zuckerwasser muss auf Zimmertemperatur abgekühlt sein, bevor du die Wasserkefirkristalle hinzufügst.

  2. Gib die aktiven Wasserkefirkristalle in das saubere Gärglas und gieße das abgekühlte Zuckerwasser darüber.

  3. Füge die ungeschwefelten Trockenfrüchte und die Zitronenscheiben hinzu. Bei behandelten Zitronen solltest du die Schale entfernen. Alternativ kannst du etwas Zitronensaft verwenden.

  4. Verschließe das Glas so, dass keine Verunreinigungen oder Fruchtfliegen hineingelangen, entstehender Druck aber entweichen kann. Einen Schraubdeckel deshalb nicht vollständig festdrehen.

  5. Stelle das Gärglas für 24 bis 48 Stunden bei Zimmertemperatur an einen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung. Nach etwa 24 Stunden ist der Wasserkefir meist noch recht süß. Mit zunehmender Dauer wird er in der Regel säuerlicher.

  6. Entferne Zitrone und Trockenfrüchte. Gieße den Wasserkefir anschließend durch ein sauberes Sieb in eine Flasche. Die aufgefangenen Kristalle kannst du direkt für den nächsten Ansatz verwenden.

  7. Stelle den fertigen Wasserkefir in den Kühlschrank oder aromatisiere ihn mit einer optionalen Zweitfermentation.

  8. Optional: Falls du gerne eine Zweitfermentation starten möchtest, gib den Fruchtsaft deiner Wahl zu dem Wasserkefir und verrühre das Getränk. Fülle nun den Kefir in druckbeständige Flaschen und verschließe sie gut. Lass den Kefir weitere 24 Stunden fermentieren.

Optionale Zweitfermentation für mehr Geschmack

Du möchtest deinen Wasserkefir aromatisieren oder für zusätzliche Kohlensäure sorgen? Dann kannst du nach dem Abseihen eine Zweitfermentation durchführen. Die Wasserkefirkristalle kommen dabei nicht mit in die Flasche.

Gib den fertigen Wasserkefir in eine druckfeste Flasche und ergänze nach Geschmack zum Beispiel:

  • einige Himbeeren
  • ein kleines Stück Ingwer
  • etwas Zitronen- oder Limettensaft
  • frische Minze
  • einen kleinen Schuss Apfel-, Trauben- oder Beerensaft

Verschließe die Flasche und lasse sie etwa 12 bis 24 Stunden bei Zimmertemperatur stehen. Kontrolliere regelmäßig, wie sich der Druck entwickelt. Je wärmer der Standort und je zuckerreicher die Zutaten, desto schneller kann Kohlensäure entstehen.

Stelle die Flasche anschließend für mehrere Stunden in den Kühlschrank. Öffne sie danach langsam und am besten über der Spüle.

Wichtig: Verwende ausschließlich Flaschen, die ausdrücklich für kohlensäurehaltige Getränke oder Gärung geeignet sind. Ungeeignete Flaschen können dem entstehenden Druck möglicherweise nicht standhalten.

Woran erkenne ich, dass der Wasserkefir fertig ist?

Bei einem aktiven Ansatz kannst du häufig folgende Veränderungen beobachten:

  • Es bilden sich kleine Bläschen.
  • Trockenfrüchte steigen teilweise nach oben.
  • Das Getränk wird leicht trüb.
  • Der Geschmack verändert sich von süß zu süß-säuerlich.
  • Beim Bewegen des Glases ist eine leichte Kohlensäurebildung erkennbar.

Nicht jeder Ansatz sprudelt gleich stark. Wenig sichtbare Kohlensäure bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die Fermentation fehlgeschlagen ist.

Wann sollte ich den Ansatz entsorgen?

Entsorge den gesamten Ansatz einschließlich der Wasserkefirkristalle, wenn du Folgendes bemerkst:

  • sichtbaren, pelzigen Schimmel
  • auffällige farbige Beläge
  • einen fauligen oder deutlich unangenehmen Geruch
  • starke Verunreinigungen durch Insekten oder Fremdkörper

Ein säuerlicher, hefiger oder leicht fruchtiger Geruch ist bei einem aktiven Wasserkefir dagegen grundsätzlich normal.

Arbeite immer mit sauberen Händen, Gefäßen und Utensilien. Klinische Sterilität ist nicht erforderlich, sorgfältige Küchenhygiene aber schon.

Welcher Zucker eignet sich für Wasserkefir?

Für die ersten Ansätze sind gewöhnlicher Haushaltszucker oder Rohrzucker eine unkomplizierte Wahl. Die Wasserkefirkultur benötigt verwertbaren Zucker als Nahrung.

Zuckerfreie Süßungsmittel wie Stevia oder Erythrit eignen sich deshalb nicht als alleinige Zuckerquelle. Auch bei Honig und stark mineralhaltigen Zuckersorten kann die Kultur anders reagieren. Anfänger bleiben am besten zunächst bei einem bewährten Wasserkefir-Rezept.

Später kannst du einzelne Zutaten vorsichtig verändern. Passe dabei möglichst nur einen Bestandteil pro Ansatz an. So erkennst du leichter, was Geschmack und Aktivität der Kristalle beeinflusst.

Wie viel Zucker bleibt im fertigen Wasserkefir?

Während der Fermentation wird ein Teil des Zuckers umgewandelt. Wie viel Restzucker anschließend im Getränk verbleibt, lässt sich in der heimischen Küche nicht zuverlässig aus der Fermentationsdauer ableiten.

Das Ergebnis hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Ausgangsmenge des Zuckers
  • Menge und Aktivität der Kristalle
  • Raumtemperatur
  • Fermentationsdauer
  • verwendete Früchte
  • mögliche Zweitfermentation

Selbst ein trocken oder sauer schmeckender Wasserkefir ist deshalb nicht automatisch zuckerfrei.

Enthält selbst gemachter Wasserkefir Alkohol?

Ja. Während der Fermentation können neben Kohlensäure und organischen Säuren auch geringe bis relevante Mengen Alkohol entstehen. Der tatsächliche Alkoholgehalt schwankt und lässt sich ohne Messung nicht sicher bestimmen.

Wasserkefir sollte daher nicht pauschal als alkoholfrei bezeichnet werden. Das ist insbesondere für Schwangere, Stillende, Kinder und Menschen wichtig, die aus gesundheitlichen oder persönlichen Gründen vollständig auf Alkohol verzichten möchten.

Wie lange ist Wasserkefir haltbar?

Bewahre fertigen Wasserkefir gut verschlossen im Kühlschrank auf und verbrauche ihn möglichst frisch. Als praktische Orientierung eignen sich wenige Tage.

Auch im Kühlschrank kann die Fermentation langsam weitergehen. Dadurch können Geschmack, Säure und Flaschendruck zunehmen. Öffne die Flasche daher vorsichtig und entsorge das Getränk bei Schimmel, auffälligen Belägen oder unangenehmem Geruch.

Häufige Probleme beim Wasserkefir selber machen

Der Wasserkefir bildet kaum Kohlensäure

Mögliche Ursachen sind eine noch nicht vollständig aktive Kultur, eine niedrige Raumtemperatur oder eine offene erste Fermentation. Deutlich mehr Kohlensäure entsteht meistens erst bei der geschlossenen Zweitfermentation.

Der Wasserkefir ist noch sehr süß

Lass den Ansatz etwas länger fermentieren. Beachte jedoch, dass der Geschmack keine zuverlässige Messung des Restzuckers erlaubt.

Der Wasserkefir schmeckt zu sauer

Verkürze beim nächsten Ansatz die Fermentationszeit oder stelle das Gärglas etwas kühler. Verändere möglichst nur einen Faktor, damit du das Ergebnis besser beurteilen kannst.

Die Kristalle vermehren sich nicht

Das muss nicht sofort ein Problem sein. Eine neue oder zuvor gekühlte Kultur benötigt manchmal mehrere Ansätze, um wieder vollständig aktiv zu werden. Prüfe außerdem die Wassertemperatur, die Zuckermenge und den Standort.

Muss ich Metall vermeiden?

Ein kurzer Kontakt mit sauberem, lebensmittelechtem Edelstahl – beispielsweise beim Abseihen – ist in der Regel unproblematisch. Gefäße aus reaktiven oder unbekannten Metallen solltest du für die längere Fermentation dagegen nicht verwenden. Ein Gärgefäß aus Glas ist die einfachste Wahl.

Drei einfache Ideen für die Zweitfermentation

Apfel-Ingwer

Gib pro 500 Milliliter Wasserkefir etwa 50 Milliliter Apfelsaft und zwei dünne Scheiben Ingwer in die druckfeste Flasche.

Himbeere-Minze

Ergänze pro 500 Milliliter Wasserkefir drei bis vier Himbeeren und einige frische Minzblätter.

Zitrone-Limette

Gib einen kleinen Schuss Zitronen- oder Limettensaft zu 500 Millilitern Wasserkefir. Lasse in der Flasche ausreichend freien Raum für die entstehende Kohlensäure.

Fazit: Wasserkefir selber machen ist einfacher als gedacht

Für ein einfaches Wasserkefir-Rezept brauchst du nur aktive Wasserkefirkristalle, Wasser, Zucker, Trockenfrüchte und Zitrone. Nach 24 bis 72 Stunden kannst du den ersten Ansatz abseihen. Eine kurze Zweitfermentation sorgt auf Wunsch für zusätzliche Aromen und mehr Kohlensäure.

Halte dich bei den ersten Versuchen an feste Mengen, arbeite sauber und beobachte deinen Ansatz. Sobald deine Kultur zuverlässig arbeitet, kannst du die Wasserkefir-Anleitung mit eigenen Geschmacksvarianten erweitern.

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